Instrumente: Mikrotrepan

Optimierte Diagnose bei geringerer Belastung

Mikrotrepan1Je feiner die Instrumente sind, desto geringer ist das Trauma, dem sich der Patient ausgesetzt sieht. An der Augenklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hat eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Norbert Schrage ein neues Instrument zur Entnahme von Proben aus der Hornhaut entwickelt.

Gewebeentnahmen aus der Hornhaut sind dann angezeigt, wenn zum Beispiel unklare Infektionen oder Ablagerungen eine ansonsten sichere Diagnose erschweren. Erst durch die Biopsie ist eine histologische und mikrobiologische Abklärung möglich.

Beim bisherigen Verfahren wurden Proben von zwei bis vier Millimetern Durchmesser gewonnen, was meistens zu Veränderungen der Oberflächenstruktur der Hornhaut führte. Bei kleineren Infiltrationen der Hornhaut war die mit konventioneller Methode gewonnene Probe dagegen häufig schwer für die Untersuchung teilbar. Mit dem in Aachen entwickelten Gerät können kleinste, auch mehrere Proben aus der Hornhaut gewonnen und zur gewebepathologischen Untersuchung mit verschiedenen Verfahren aufgearbeitet werden. 

Mikrotrepan 2Im Vergleich zur konventionellen Abstrich- und Ulcusgrundbiopsie bei Hornhautentzündungen ließ sich der Anteil der positiven Diagnosen damit deutlich erhöhen. Das Ergebnis der Neuentwicklung ist eine höhere diagnostische Sicherheit bei geringerer Belastung für das Auge. Die neue Technik lässt sich bei allen Schädigungen der Hornhaut, Ablagerungen und mikrobiologischen Prozessen einsetzen und ist für den Patienten wenig traumatisierend.

Beim Mikrobiopsietrepan ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit Technikern und Industrie eine neue diagnostische Methode zu entwickeln und zur Anwendungsreife in der klinischen Praxis zu bringen. Das Instrument wird über die Firma Geuder, (Heidelberg) vertrieben. Sein Wert wurde in einer klinischen Studie bestätigt und bei der European Cornea Conference im Jahr 2000 mit einem Preis für neue Techniken und durch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im gleichen Jahr mit dem Leonhard-Klein-Preis gewürdigt.

 
Neuere Entwicklungen zeigen, dass der Mikrotrepan auch ein neuartiges therapeutisches Vorgehen bei Hornhautentzündungen (Keratitiden) eröffnet, indem antibiotisch wirksame Therapeutika gezielt lokal am Keimherd eingebracht werden können.

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Literatur
  • Kompa S, Langefeld S, Kirchhof B, Schrage N: Corneal biopsy in keratitis performed with the microtrephine (Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 1999; 237; 915-919.
  • Schrage NF, Lorenz U, von Fischern T, Reim M: The microtrephine. A new diagnostic tool for obtaining corneal biopsies. Acta Ophthalmol (Copenh) 1994; 72(3): 384-7.
  • Schrage NF, Reim M: The microtrephine: experimental experiences, initial clinical application. Klin. Monatsblätter Augenheilkunde 1996; 209(2-3): 132-7.